Wortschubse privat – wann schläfst du eigentlich?

Dem ein oder anderen Texter wird diese Frage vermutlich bekannt vorkommen. Auch ich musste mir diese in den mittlerweile 6 Jahren meiner Selbstständigkeit oft stellen lassen. Der Grund? Ich habe manchmal doch recht unterschiedliche Arbeitszeiten und folgerichtig auch komische Schlafenszeiten.

Bereits seit meiner Jugendzeit bin ich eher eine Nachteule und ich weiß von anderen Texterkollegen, dass viele ebenfalls ab und an gewollt oder eher ungewollt Nachtschichten schieben.

Bild Wecker - Pixabay
Bild Wecker – Pixabay

Bei mir erklärt sich das so. Ich habe ein Home-Office, daher gibt es bei mir eigentlich keine geregelten Arbeitszeiten. Natürlich teilt man sich seine Textaufträge entsprechend ein und richtet seinen Tagesablauf danach aus. Auch bei Textern hat der Tag nur 24 Stunden. Hinzukommt, dass natürlich auch das Familienleben nicht unter der Textertätigkeit leiden soll. Ich beispielsweise habe 4 Kinder, darunter noch zwei Knirpse im Alter von 29 Monaten bzw. 12 Monaten, die mich natürlich auch brauchen und entsprechend beanspruchen.

Als Arbeitszeit hab ich derzeit die Abend- und Nachtstunden gewählt. Zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens hab ich Ruhe, alle schlafen (im Normalfall) und ich kann mich konzentriert den Recherche- und Textaufgaben widmen. So passiert es auch, dass ich nachts um 2 Uhr auf Emails antworte oder Angebote bearbeite, was bei vielen Auftraggebern oft Erstaunen und obige Frage hervorruft.

Im Umkehrschluss, und ja ich muss auch irgendwann einmal schlafen, bin ich selten vormittags sofort erreichbar, denn da hol ich meinen „Schönheitsschlaf“ nach. Es ist also alles ein wenig verschoben.

Wie sieht mein Tagesablauf aus?

Als „Nachtarbeiterin“ gehe ich unter normalen Umständen gegen 3 Uhr ins Bett und schlafe dann bis 10 Uhr. Natürlich müssen die Kinder darunter nicht leiden, da sich in dieser Zeit mein Mann um die Kinder kümmert und mich vertritt. Die Großen werden hierbei auf die Schule vorbereitet und die Kleinen versorgt und bespaßt. Da Micha ja ebenfalls unter anderem textet und von zuhause aus arbeiten kann, bietet dies eine ideale Ergänzung bei unseren Tätigkeiten und die dadurch bedingte Organisation.

Ohne Kaffee geht nichts - Bild Anja Bergler
Ohne Kaffee geht nichts – Bild Anja Bergler

Dass ich nach dem Aufstehen frühstücke, versteht sich von selbst, auch alle anderen morgendlichen Tätigkeiten sind bei mir normal und muss hier von mir nicht weiter erläutert werden. Ganz wichtig ist natürlich der Kaffee. Ohne den geht nichts.

Mit der zweiten Tasse geht’s an den Rechner. Es werden Emails gecheckt, gegebenenfalls beantwortet und natürlich Neuigkeiten auf FB, Twitter und Co als Lektüre gelesen (jeder der sich in sozialen Netzwerken befindet, weiß, was das für ein Zeitfresser sein kann).

Stehen keine dringenden Aufgaben an, erfolgt der fliegende Wechsel zu den Kindern. Es wird gespielt, gekocht, gegessen und natürlich müssen auch auswärtige Termine wahrgenommen werden, die ich meist nachmittags wahrnehme. Ruhezeiten der Kinder nutze ich entweder für den Haushalt oder ich bereite Arbeiten für die Nacht vor. Manchmal setz ich mich auch einfach mal eine Stunde hin und mache nichts.

Nach dem Abendessen und den allabendlichen Ritualen sollte so gegen 21 Uhr im Haus Ruhe eintreten, was natürlich nicht immer klappt, aber wenn möglich auch umgesetzt wird (Ausnahme: zahnende Kinder, Schnupfennasen, Hunger, Durst, ich kann nicht schlafen…) Man kennt das ja, das wird nicht nur bei uns so sein.

Wie oben bereits erwähnt, versuche ich gegen 23 Uhr mit der Tagesarbeit zu beginnen. Es ist einfach herrlich, wenn alles ruhig ist, kein Telefon klingelt und ich mich ganz aufs Texten konzentrieren kann. Je nach Lust und Laune, Termindruck oder Auslastung lasse ich meinen persönlichen Arbeitstag gegen 3 Uhr ausklingen.

Ist ein Texterleben erstrebenswert?

Manchmal komme ich mir vor wie eine Schichtarbeiterin. Als ich mit dem Schreiben begonnen habe, habe ich die Nächte auch schon einmal durchgemacht.

Bild Stress - Pixabay
Bild Stress – Pixabay

Dies mache ich mittlerweile nicht mehr, denn die eigene Gesundheit geht definitiv vor und man kann dies erfahrungsgemäß auch nicht sehr lange durchhalten. Wenn ich irgendwann mit einem Burnout zu kämpfen habe, ist sicherlich niemandem geholfen.

Die Gesundheit ist überhaupt das größte Gut, dass auch viel Geld und viele Aufträge nicht ersetzen können. Gerade Texter, die neu auf diesem Gebiet sind, unterschätzen den Aufwand und die damit verbundene Zeit für die Texterstellung.

Ich würde meinen Job gegen keinen anderen mehr eintauschen wollen. Natürlich streckt man seine Fühler auch in andere Bereiche aus, aber solange meine Finger noch mitmachen und Texte fürs Internet benötigt werden, werd ich der Textertätigkeit wohl treu bleiben.

Dies war nun ein kleiner, privater Einblick in das Leben einer Texterin, der so manches erklärt und auch die Frage beantwortet, ob ich denn eigentlich auch einmal schlafe….

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Anja Bergler

Geschäftsführerin/Teilhaberin bei Berla GbR - Berlatext
Seit 2007 Online-Texterin, Mutter von 4 Kindern und Teilhaberin der Textagentur Berlatext.

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