Texterstart – So kommen Sie an Aufträge

Der erste Schritt ist meist der schwierigste. Haben Sie erst einmal die ersten Kunden gewonnen und zufriedengestellt, sind die nächsten oft schon nicht mehr weit. Doch wie gelangt man eigentlich an Aufträge? Es hierfür eine große Auswahl an Akquisemöglichkeiten.

Aufträge für Texter: Auktionsplattformen

Auktionsplattformen funktionieren ähnlich wie eBay & Co., aber genau umgekehrt. Der Auftraggeber stellt seine Ausschreibung auf einer Ausschreibungsplattform ein und beschreibt den zu vergebenden Textauftrag möglichst genau. Die Interessenten können sich mit ihrem individuellen Preisangebot um den Auftrag bewerben. Anhand des Preises, von Referenzen und den Bewertungen von anderen Auftraggebern kann der Ausschreibende nun seine Wahl aus den Mitbietenden treffen. Wir stellen Ihnen drei verschiedene Auktionsplattformen im Detail vor.

MyHammer

http://www.myhammer.de

MyHammer ist eine Onlineplattform, die sich eigentlich an Handwerker richtet, aber durchaus ein ansehnliches Kontingent an Textaufträgen bereithält. Dafür kann man sich ein Auftragsradar, z. B. für die Suche „Texte“ einrichten und sich so interessante Aufträge per E-Mail schicken lassen.

Wissen sollten Sie allerdings, dass MyHammer die Auftragnehmer ordentlich zur Kasse bittet, während die Auftraggeber kostenfrei ausschreiben können. Derzeit kostet die Mitgliedschaft stolze 59,90 Euro pro Monat. Besonders für Einsteiger im Textbereich ist das viel Geld, das sie mit den erzielten Aufträgen erst einmal wieder hereinholen müssen. Dies ist gar nicht so einfach angesichts des großen Wettbewerbs, der die Preise nicht selten sehr stark drückt. Immerhin hat MyHammer inzwischen davon abgelassen, die abgegebenen Gebote öffentlich anzuzeigen, was das gegenseitige Unterbieten verhindert.

Tipp: Es lohnt sich dennoch, die Ausschreibungen bei MyHammer zu verfolgen, auch wenn man kein Paket bucht. Sie können unter http://www.my-hammer.de/auftraege/ einfach nach Stichworten wie „Texte“ oder „Blog“ suchen und so nach passenden Ausschreibungen Ausschau halten. Häufig geben die Auftraggeber in ihrer Ausschreibung gewollt oder ungewollt einen Hinweis auf ihre Identität. Dadurch können Sie den Auftraggeber unter Umständen direkt und ohne Umweg über MyHammer kontaktieren und Ihr Angebot unterbreiten.

Vorteile Nachteile
  • große Auswahl an Aufträgen

  • praktisches Auftragsradar
  • hohe monatliche Kosten

  • große Konkurrenz

  • hoher Preisdruck

  • Mindestlaufzeit

machdudas

http://www.machdudas.de

machdudas ist eigentlich eine Vermittlungsplattform für Nachbarschaftshilfe. Seit einigen Jahren gibt es hier aber auch ein breites Angebot an Textaufträgen. Mitmachen kann jeder nach einer ersten kostenfreien Registrierung. Mit einem Account können Sie sich auf jeden beliebigen Auftrag bewerben. Kosten fallen bei machdudas erst dann an, wenn ein Auftrag erteilt wird. Mit einer Pauschale von 3 Euro pro erhaltenem Auftrag bewegen sie sich zudem in einem fairen Preisrahmen. Über die Kennenlernfunktion kann der Auftraggeber diese Gebühr auch übernehmen – was allerdings in der Praxis nicht allzu oft vorkommt.

Bei machdudas fällt auf, dass es zwar ein sehr großes Angebot an Aufträgen gibt, sich diese hinsichtlich der Konditionen aber häufig (nicht immer!) eher im unteren Preissegment bewegen. Die große Konkurrenz tut hierzu ihr übriges.

Etwas nervig sind bei machdudas die starken Restriktionen hinsichtlich der Preisgabe der eigenen Identität. Gibt es in einer Bewerbung oder PN nur den geringsten Hinweis auf die eigene Identität, zensiert der Betreiber freimütig und es gibt eine Verwarnung. Häuft sich dieses Verhalten, kann sogar der Ausschluss von der Plattform die Folge sein.

Tipp: Wenn Sie Referenztexte angeben sollen, sollten Sie diese stets als PN versenden. Würden Sie sie im Bewerbungstext angeben, würde dies zu Duplicate Content führen. Nutzen Sie im Idealfall einen Text als Referenz, der im Web veröffentlicht ist und unter dem Ihr Name auftaucht. So kann der Auftraggeber Sie unter Umständen doch persönlich ansprechen, indem er Ihren Namen googlet. Dadurch lässt sich die Gefahr reduzieren, dass man die Gebühren bezahlen muss, obwohl sich dann hinterher herausstellt, dass man sich nicht „grün“ ist.

Vorteile Nachteile
  • große Auftragsauswahl

  • Gebühren nur bei Erhalt eines Auftrags

  • sehr günstiges Gebührenmodell
  • starke Einschränkungen bei der Preisgabe der eigenen Identität

  • große Konkurrenz und heftiges Preisdumping

blauarbeit.de

http://www.blauarbeit.de

Eine weitere Auktionsplattform ist blauarbeit.de. Ähnlich wie bei MyHammer stellen Auftraggeber hier ihre Aufträge ein und warten auf die Angebote der Auftragnehmer und Dienstleister. Auch dieses Portal richtet sich zwar vorwiegend an Handwerker, deckt jedoch den Textbereich mit ab. Aber: Die Auswahl an Aufträgen ist hier meist eher dürftig. Dafür ist aber auch nicht annähernd so viel Konkurrenz unterwegs wie bei MyHammer.

Die Gebührenmodelle sind bei blauarbeit.de auf unterschiedlichen Bedarf ausgerichtet, sodass Sie den Dienst auch nutzen können, wenn nur wenige Aufträge zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gibt es die drei Mitgliedschaften Starter, Basic und Premium zu je 9,99 Euro, 27,49 Euro oder 43,99 Euro pro Monat. Pro Monat können Sie je nach Paket 20, 60 oder 100 Gebote abgeben.

Die Kündigungsmodalitäten sind eher gewöhnungsbedürftig. Die Mitgliedschaft dauert jeweils sechs Monate. Wenn sie nicht drei Monate vor Ende des Halbjahreszeitraums gekündigt wird, verlängert sie sich um weitere sechs Monate. Aufgrund der geringen Auftragsdichte im Textbereich sind diese Pakete eher uninteressant. Alternativ können Sie bis zu 40 Gebote ohne Mitgliedschaft kaufen (Preis zwischen 1,15 und 1,55 Euro pro Gebot). Allerdings können Sie damit nur auf Aufträge bieten, die nur Bewerbungen von „geprüften Dienstleistern“ aufweisen, denn diesen Status weisen nur Kunden mit Paket auf.

Tipp: Zwar kann es nicht schaden, bei blauarbeit.de angemeldet zu sein und die Aufträge dort zu verfolgen. Sie können sich hier einen „Alarm“ für Ihre Suchanfragen einrichten, eine Mailbenachrichtigung erfolgt dann bei der Einstellung eines neuen Auftrags in Ihrem Bereich. Allerdings sollten Sie mit dem Kauf von Kontakten warten, bis Sie sie tatsächlich brauchen. Sie verfallen nämlich nach drei Monaten bereits wieder.

Vorteile Nachteile
  • keine Preistransparenz, daher kein Dumping

  • einfache Kontaktmöglichkeiten
  • kleine Auswahl an Aufträgen

  • teure Mitgliederpakete

  • unattraktive Vertrags-/Kündigungsmodalitäten

  • hohe Preise für Kontakte (keine Auftragsgarantie!)

  • mit gekauften Kontakten kann nicht auf alle Aufträge geantwortet werden

Aufträge für Texter: Text-/Contentagenturen

Textagenturen sind Vermittler zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. Sie stellen eine Plattform zur Verfügung, über die die Auftraggeber in aller Regel anonym ihre Aufträge einstellen können. Die Texter melden sich zur Plattform an, reichen meist einen oder mehrere Probetexte ein und erhalten dadurch ihre Qualitätseinstufung. Gemäß dieser Einstufung dürfen sie die Aufträge mehr oder weniger frei aus einem Pool auswählen und so ihr ganzes Fachwissen einbringen. Charakteristisch für Contentagenturen ist, dass ihnen mehr als nur eine Vermittlerposition zukommt: So übernehmen Contentagenturen die Abrechnung (der Texter erhält eine Gutschrift von der Agentur, der Kunde eine Rechnung) und tragen somit das Zahlungsausfallrisiko. Außerdem gibt es bei den meisten Textagenturen ein zwischengeschaltetes Lektorat, das sicherstellt, dass die Texte hunderter oder tausender unterschiedlicher Texter doch ein gewisses Mindestmaß an Qualität aufweisen. Die Auswahl an Textbörsen und Textagenturen am Markt ist riesig – im Folgenden stellen wir Ihnen die bekanntesten vor:

Textbroker

http://www.textbroker.de

Textbroker war eine der ersten Textbörsen überhaupt. In über 60 Kategorien stehen ständig Aufträge zur Verfügung, teilweise sogar mehrere tausend Texte. Hier können Sie sich frei nach Ihren persönlichen Vorlieben Textaufträge reservieren. Allerdings können Sie immer nur einen einzigen Text auf einmal bearbeiten und sich anschließend erst den nächsten reservieren.

Mitmachen kann hier jeder, der bei seiner Registrierung einen kurzen Probetext einreicht. Dieser wird nicht vergütet und dient lediglich der Einstufung des Texters in die Qualitätsstufen mit zwei bis fünf Sternen, von der auch die Vergütung pro Wort abhängt. Konkret haben Sie bei Textbroker folgende Verdienstmöglichkeiten bei der jeweiligen Qualität:

Sternezahl Wortpreis Qualitätsanspruch
2 Sterne 0,7 Cent / Wort kann Orthografie-, Grammatik- und Ausdrucksfehler enthalten
3 Sterne 0,95 Cent / Wort fast fehlerfreie Texte
4 Sterne 1,3 Cent / Wort Sehr gute und flüssige Texte (gehobener Anspruch)
5 Sterne 4 Cent / Wort journalistische Qualität, professioneller Stil

Diese Vergütung gilt für sogenannte Open Orders, also Aufträge, die ein Auftraggeber zur freien Reservierung bereitstellt. Im Gegensatz dazu stehen die sogenannten Direct Orders, bei denen ein Auftraggeber einen bestimmten Texter direkt mit seinem Auftrag betraut. Den Preis für Direct Orders können Sie selbst festlegen, wobei er mindestens 1,63 Cent pro Wort betragen muss.

Zusätzlich gibt es sogenannte Team Orders. Jeder Autor kann sich für die Mitarbeit in von Auftraggebern gegründeten Teams bewerben bzw. vom Auftraggeber nominiert werden. Der Vergütungsvorschlag stammt hier vom Auftraggeber, wobei er bei mindestens 1,43 Cent pro Wort liegen muss. In der Praxis sind aber sogar Preise von bis zu 10 Cent oder noch mehr möglich – je nach individuellem Anspruch. In derartige Teams muss man aber natürlich erst einmal aufgenommen werden – häufig sind zusätzliche Probearbeiten erforderlich.

Vorteile Nachteile
  • einfacher Aufnahmeprozess

  • freie Themenwahl

  • Lektorat durch Textbroker-Mitarbeiter

  • keine Konkurrenzsituation zu anderen Textern

  • Arbeit in Teams möglich

  • durch Direct und Team Orders höhere Verdienstmöglichkeiten

  • Staffelung der Bezahlung nach der Textqualität

  • kein Zahlungsausfallrisiko
  • niedrige Bezahlung bei Open Orders

  • durch Anonymität keine Möglichkeit, Referenzen aufzubauen

Content.de

Content.de ist ein beinahe identischer Klon des Prinzips von Textbroker. Auch hier qualifizieren Sie sich anhand eines Mustertextes, für den Content.de relativ genaue Vorstellungen hat. Anschließend wählen Sie gemäß Ihrer Qualitätseinstufung Aufträge aus einer Auflistung aus und bearbeiten diese nacheinander. Ähnlich wie Textbroker bietet auch Content.de einen großen Arbeitsvorrat, sodass es meist etwas für die vielen tausend Texter zu tun gibt. Die Abrechnung der Texte erfolgt automatisch über Content.de. Dadurch gibt es für Sie keinerlei Zahlungsausfallrisiko. Die Vergütung bewegt sich bei Content.de auf einem ähnlichen Level wie bei Textbroker:

Sternezahl Wortpreis Qualitätsanspruch
2 Sterne 0,8 Cent / Wort einfacher Schreibstil, unkomplizierte Themen
3 Sterne 1,0 Cent / Wort flüssiger Schreibstil, allgemeine Themen
4 Sterne 1,3 Cent / Wort flüssiger Schreibstil mit variablem Wortschatz, allgemeine Themen
4 Sterne + 2,2 Cent / Wort gehobener Schreibstil mit variantenreichem Wortschatz, Themen, für die eine umfassende inhaltliche Recherche oder Vorkenntnisse notwendig sind
4 Sterne ++ 3,5 Cent / Wort gehobener und flexibler Schreibstil, direkte Zielgruppenansprache, hoher Rechercheaufwand bzw. notwendige Fachkenntnisse
5 Sterne 4,6 Cent / Wort zertifizierte Autoren, Texte mit hohem Rechercheaufwand bzw. dem Erfordernis von Fachkenntnissen

Immerhin gibt es hier aber zwischen der 4- und 5-Sterne-Einstufung noch weitere Abstufungen, sodass Texter mit gehobenem Können doch etwas mehr als mittelmäßige Autoren verdienen können, auch wenn sie sich für die Profi-Stufe noch nicht qualifizieren können. Bei Content.de können Sie analog zu Textbroker Ihren Preis für Direct Orders selbst festlegen oder in Teams mitarbeiten. Bei Group Orders beträgt die Vergütung 0,2 Cent pro Wort mehr als bei Open Orders.

Vorteile Nachteile
  • Registrierung sehr einfach

  • jederzeit frei Themen auswählen

  • Lektorat für den Auftraggeber inklusive

  • keine Konkurrenzsituation

  • automatische Abrechnung über Content.de, dadurch kein Zahlungsausfallrisiko

  • Arbeit in Teams möglich

  • durch Direct Orders bessere Verdienstmöglichkeiten

  • Staffelung der Bezahlung nach der individuellen Textqualität
  • recht geringe Bezahlung bei Open Orders in den unteren Qualitätsstufen

  • keine Möglichkeit, eigene Referenzen für den freien Markt aufzubauen

Recherchiert und niedergeschrieben von Sabine Hutter.

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Ich serviere Texte nicht nur geschüttelt, sondern auch gerührt. Mit Fantasie und Kreativität entstehen bei mir spritzige Text-Cocktails.

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