Achtung Schreibblockade

Jeder der schreibt, kennt das – vom Schüler bis zum Profitexter kann es jeden treffen. Man sitzt vor einem blütenweißen Blatt Papier oder dem leeren Bildschirm und es kommt nix. Die sonst so behänden Finger liegen bewegungslos auf der Tastatur, der Stift liegt still, der Kopf ist leer. Na prima. Schreibblockade. Was für den Schüler ärgerlich ist, kann für Berufstexter fast existenzbedrohend wirken. Denn ohne Texte kein Geld. Zum Glück dauern Schreibblockaden meist nicht lange und jeder hat so seine Strategien, den Knoten im Hirn und in den Fingern zu lösen.

Die Schreibblockade – eine Definition

Laut Wikipedia ist die Schreibblockade ein psychisches Problem, das sich in unterschiedlichen Intensitäten auswirken kann. Von der Schwierigkeit, einen Anfang zu finden bis hin zur völligen Leere im Hirn ist alles drin. Die wohl häufigste und bekannteste Ursache einer Schreibblockade sind sicher fehlende Konzepte. Wer nicht weiß, was er schreiben soll, der findet oft keinen Anfang.

Bei mir persönlich beginnen Blockaden – die zum Glück recht selten sind – meist mit einer grundsätzlichen Unlust, gegen die auch die besten Konzepte vorerst machtlos sind. Ich schau mir meine anstehenden Themen an und habe auf keines davon Lust – nicht mal aufs darüber nachdenken. Das ist selten, denn meist gibt es mindestens ein Thema oder einen Auftrag, auf den ich so richtig „scharf“ bin.

Das Problem sind selten die Anfänge

Die ersten Sätze bringe ich so gut wie immer aufs Papier, bzw. auf den Bildschirm. Dies hat bei mir weniger mit Kreativität als mit meiner persönlichen Einstiegstechnik in ein Thema, bzw. einen Text zu tun. Spätestens nach dem Teaser geht es dann aber los: Entweder es fällt mir schon gleich keine Überschrift ein oder wenn doch, finde ich sie schlecht. Der erste Satz im ersten Absatz wird dreimal geschrieben und viermal gelöscht. Na gut, dann versuch ich es eben weiter unten mit dem zweiten Absatz – und bringe auch nichts zustande. Spätestens dann, wenn ich vor allem anderen den Schluss eines Textes zu schreiben anfange, weiß ich:

Es besteht Handlungsbedarf und zwar dringender!

Denn wenn ich jetzt noch länger so tue, als würde ich gleich arbeiten, wird aus der Miniblockade ein regelrechtes Bollwerk, das mich für den Rest des Tages lahmlegen kann.

Wenn ich nicht arbeiten kann, geh ich eben spielen

Was bei einer bestehenden Schreibhemmung oder –blockade hilft, ist absolut individuell. Jedem hilft etwas anderes, was beim einen Schreiber Wunder wirkt, bleibt beim nächsten Texter völlig effektlos. Da hilft nur ausprobieren, was gerade geht. Denn ja, nicht immer hilft die gleiche Methode jedes Mal. Deshalb ist jeder Texter gut beraten, verschiedene Soforthilfemaßnahmen in Petto zu haben, um anstehende Blockaden bereits in ihren Anfängen wieder zu beenden.

Während ich das hier so schreibe, fallen mir Schreibabys, insbesondere mein eigenes, ein. Bei denen ist es so: Was sie am einen Tag prompt zum Verstummen bringt, kann schon am nächsten Tag absolut ohne Wirkung bleiben. Da drängt sich mir doch der Gedanke auf, dass meine eigenen Blockaden von einem bockig-kindlichen Teil in mir verursacht werden, der viel, viel lieber spielen als arbeiten will.

Und genau das ist mein persönliches Wundermittel (manchmal, nicht immer). Wenn ich nicht schreiben kann, dann geh ich spielen. Frei nach meinem inneren Schweinehund oder dem inneren Kind ist als Spiel alles zu verstehen, was gerade nicht (Text-)arbeiten ist. Das kann auch schon mal das Sortieren meiner Buchführung oder meiner Bücher im Regal sein. WAS ich dann so tue, ist egal, die oberste Regel lautet: Spaß muss es machen. Wenn ich Glück habe – so wie bei diesem Text – dann kann selbst Texten spielen sein. Ich habe schon lange gelernt, diese Unlogik zu akzeptieren und so ist dieser Text über die Schreibblockade aus den Anfängen einer solchen entstanden. Ich hatte zu keinem Text Lust – zu diesem hier schon und Schwupps sind mehr als 700 Wörter auf dem Papier.

Was sonst noch hilft

Natürlich habe ich auch noch andere Strategien, um wieder Lust am Schreiben und Zugang zu meiner Kreativität zu bekommen. Ganz ausgezeichnet eignen sich für mich:

  • ausgedehnte Hunderunden im Wald
  • kochen
  • schlafen
  • fernsehen
  • ein gutes Buch

und manchmal tatsächlich auch ein Text-Konzept. In der Regel entwickle ich meine Konzepte und Strukturen im Kopf, sehe den Inhalt in seiner Gesamtheit und schreibe dann den Text. Fühle ich mich blockiert, dann hilft mir oft, erst die Zwischenüberschriften und damit die Textstruktur zu entwickeln und die Inhalte häppchenweise aufzubereiten. Die Übergänge forme ich dann, wenn es wieder rund läuft – was es glücklicherweise meist nach kurzer Zeit tut.

 

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Ich texte seit 2009 - mit wachsender Begeisterung. Als ehemalige Architektin liegen mir besonders die Bauthemen am Herzen. In vielen anderen Themen fühle ich mich ebenso Zuhause und verfasse Fachtexte, Blogbeiträge, Produktbeschreibungen und EBooks.

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