Mit dem AG auf Schmusekurs? Na klar!

Ich mag es, wenn ich meine Auftraggeber mag und ich mag es ebenso, wenn die AGs mich mögen. Es arbeitet sich für mich einfach leichter mit dem persönlichen Touch, ganz gleich, ob die Kommunikation per Mail, am Telefon oder über Skype stattfindet. Zum Mögen und Persönlich sein gehört dabei gar nicht mal unbedingt ein vertrauliches „Du“.

Der Mythos vom „Sie“ als Garant für gute Umgangsformen

Von dem Spruch „Es sagt sich leichter Du Arschloch als Sie Arschloch“ halte ich aufgrund zahlreicher persönlicher Erfahrungen schon seit vielen Jahren nichts mehr. Mir ist es egal – ich kann auch zu einem Du-Gegenüber nett, respektvoll und herzlich sein und einem Sie-Gegenüber die Meinung sagen – das ist so meine Art und die mag ich auch.

Der Mythos vom „Sie“ legt schon fast nahe, dass wir in unserer Kommunikation offensichtlich diesen Abstand brauchen, möglicherweise als Bollwerk vor gegenseitigen Beschimpfungen und unflätigem Verhalten? Dass dem nicht so ist, beweisen viele Nationalitäten, in deren Sprachen es gar kein Wort für „Sie“ gibt. Und auch die junge Generation macht es uns vor. In vielen Branchen ist das „Sie“ längst zum Exoten geworden – das „Du“ kommt allen leicht und selbstverständlich über die Lippen und der Respekt bleibt trotzdem gewahrt – oder eben auch nicht.

Gehts auch ohne Kuschelkurs?

Ja, tut es. Klar kann ich gute Texte auch für Auftraggeber schreiben, mit denen ich weniger in Kontakt bin. Schließlich bin ich Profi! Was mir am liebsten ist und was ich brauche, sind nicht immer das Gleiche. Sachliche Auftraggeber, mit denen sich die Kommunikation auf das Allernötigste und ausschließlich rein Geschäftliches beschränkt, sparen schließlich Zeit und deshalb mag ich die auch. Selbst wenn sie vielleicht manchmal einen Ton treffen, zu dem ìch geteilter Meinung sein könnte. In diesem Fall zählt immer noch die beglichene Rechnung und nicht zuletzt der Folgeauftrag als Beweis, dass es sich auch ohne Herzlichkeit bestens zusammenarbeiten lässt.

Was ist das nun überhaupt – dieser Schmuse- oder Kuschelkurs?

Wer sich jetzt schon ein bisschen ratlos bis komisch fühlt oder denkt, ich spräche hier von latent Unziemlichem, dem sei erklärt:

Es geht um gegenseitiges Interesse, einfach deshalb, weil man miteinander zu tun hat und ja auch irgendein gleiches Ziel verfolgt; das ein oder andere private Wort – bzw. nichtgeschäftlichen Austausch per Mail oder am Telefon; um das „Schöne Wochenende“ in der letzten Mail am Freitag oder um das „Gute Besserung“ am Ende eines Telefonats mit einer unüberhörbaren Schnupfennase.

Alles kein Ding. Für mich alles ganz normal, alles der ganz normale Umgang unter Erwachsenen, die etwas miteinander zu tun haben und sich nicht dazu hinreißen lassen, über Existenzsorgen, Gewinnmaximierung und Stress die Herzlichkeit zu Grabe zu tragen – und das schreibe ich jetzt nicht, weil bald Weihnachten ist!

 

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Ich texte seit 2009 - mit wachsender Begeisterung. Als ehemalige Architektin liegen mir besonders die Bauthemen am Herzen. In vielen anderen Themen fühle ich mich ebenso Zuhause und verfasse Fachtexte, Blogbeiträge, Produktbeschreibungen und EBooks.

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