Dem Blauen Planeten Erde hinter die Kulissen geschaut

ErdeWie schön sie doch ist – unsere Erde. Nach unserem heutigen Wissensstand ist sie der einzige Planet, der so eine unvergleichliche Pracht zu bieten hat. Denken Sie nur mal an den Colored Canyon auf Sinai, der in vielen Farben schimmert, an die roten Dünen von Sossusvlei in der Namib-Wüste und das Farbspiel der Thermalquelle Grand Prismatic Spring im Yellowstone-Nationalpark, das von Rot bis Grün reicht. Die Erde bietet atemberaubende Schauspiele, die uns staunen lassen. Doch nicht nur die großen Wunder sind es, die diese Erde so schön machen. Auch die kleine Blüte am Wegesrand, deren Duft uns betört, die süßen Früchte der Natur, der stille See, dessen Fluten uns im Sommer Kühlung verschaffen und die Eisblumen am Fenster an einem kalten Wintermorgen sind eine kleine Sensation. Und auch die grandiose Flora und Fauna dieser Welt ist einfach nur umwerfend. Da möchte man doch meinen, dass jedem Menschen jeden Tag von Neuem das Herz aufgeht und er fasziniert ist von den kleinen und großen Wundern dieser einen Erde, auf der wir leben dürfen.

 

Umwelt-Desaster zerstören die Natur

Und davon gibt es eine ganze Menge. Ich rede davon nicht von den Städten und Straßen, die ein empfindlicher Eingriff in die Natur sind. Ich spreche von den Umweltkatastrophen, mit denen wir Schritt für Schritt unsere Natur zerstören. Gemeint sind die radioaktiv verseuchten Landstriche, die ölverpesteten Flüsse und Meere, die ausgedörrten Gebiete, die ausgerotteten Pflanzen- und Tierarten, die verschwundenen Naturwunder. Der größte Feind unserer Erde ist der Mensch. Er greift in ein hervorragend funktionierendes Ökosystem ein und verändert es nach seinen Vorstellungen. Die Natur ist längst aus dem Gleichgewicht. Und wenn manche behaupten, es wäre fünf vor zwölf – Irrtum, wir haben es schon Viertel nach.

 

Aralsee – aus einer blühenden Landschaft wird eine tote Zone

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Aralsee 2011 Foto: NASA

Er gehört wohl zu den größten Umweltsünden, der Aralsee in Kasachstan und Usbekistan. Einst war der See ein besonderes Beispiel für Artenreichtum. Im See tummelten sich Karpfen, Störe und Welse, an den Ufern hatten Möwen und Pelikane sich niedergelassen und in der traumhaften Umgebung gehörten Wolf, Ziege, Antilope und Tiger zur Tierwelt. Die Berichte über diese Flora und Fauna stammen aus dem Jahr 1852. Bis 1960 war der Aralsee einer der größten Binnenseen der Welt. Doch genau in diesem Jahr fing die Veränderung an. Der Aralsee trocknete aus. Mit ihm starben Tiere und Pflanzen. Sie denken an eine Naturkatastrophe? Nein, nein, auf die Idee kam der Mensch.

Die Flüsse Syr-Darja und Amu-Darja, die den See mit frischem Wasser versorgten, wurden angezapft und das Wasser für die Bestellung großer Baumwollfelder verwendet. Der Wasserpegel des Aralsees nahm immer mehr ab. Es entstanden der Große und der Kleine Aralsee. Frühere Badeorte und Hafenstädte liegen heute in einem Wüstengebiet, dass den Menschen das Leben fast unmöglich macht. Doch nicht nur die Städte hatten „Pech“. Durch den Rückgang des Wassers versalzte das Land, denn der Aralsee beherbergt kein Süßwasser, sondern ist ein Salzsee. In der Zeit von 1960 bis 1997 sank der Wasserspiegel von 53 Metern auf 35 Metern. Die Fläche des Sees reduzierte sich um 44,3 Prozent, das Wasservolumen um 90 Prozent.

Exxon Valdez – wenn das Öl kommt

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Strandsäuberung nach Ölkatastrophe, Foto: National Oceanic and Atmospheric Administration

Exxon Valdez war ein 300 Meter langer Öltanker. Im März 1989 nahm er seine Fahrt in Richtung Valdez auf, einer Hafenstadt im südlichen Alaska. Auf seinen Weg lief der Tanker auf ein Riff auf. Etwa 40.000 Tonnen Rohöl strömten ins Meer. Ein Unglück? Oh ja, wie groß das Unglück war, zeigte sich aber erst nach und nach. Nun könnten Sie sagen: „Naja, das war halt Pech. Kann ja mal passieren, dass ein Tanker aufläuft.“ Im Prinzip ja, doch der Tanker war überhaupt nicht für den Transport von Rohöl ausgelegt. Statt der doppelwandigen Bauweise gab es nur eine Außenhülle, der Käpten soll besoffen gewesen sein und das Unglück gleich mal verschlafen haben, die Radargeräte funktionierten nicht. Hilfsmaßnahmen, die geradezu chaotisch waren, gaben dem Ganzen den Rest. 2.000 Kilometer Küstenstreifen wurden vom Öl verseucht. Die Folgen: Es starben etwa 5.500 Seeotter und 400.000 Seevögel. Ganz zu schweigen von einer Unmenge an Fischen.

 

Haben Sie Lust auf Urlaub auf einer Plastikinsel?

Nein? Warum bloß nicht? Sie produzieren denn Abfall doch auch. In den Meeren der Welt haben sich inzwischen richtige Inseln gebildet, die nur aus Plastikmüll bestehen. Und auch Inseln werden vom angetriebenen Müll überschwemmt. Laut Schätzungen sollen weltweit stündlich!!! 675 Tonnen Müll im Meer entsorgt werden. STÜNDLICH! Ja, Sie werfen den Müll natürlich nicht dort hinein. Aber Sie nutzen Plastik und entsorgen diesen. Und Plastik ist zäh. Das langlebige Material ist praktisch „unkaputtbar“. Gegen eine natürliche Zersetzung ist das Material resistent. Das Problem sind aber nicht nur die Inseln aus Müll, die inzwischen Hafenstädten und Schiffen Sorgen bereiten und ein Zeichen unserer unüberlegten Wegwerfgesellschaft sind. Für unzählige Meeresbewohner und Seevögel werden die Plastikgegenstände zur tödlichen Falle. Schuld daran sind nicht nur Länder, die direkt am Meer liegen. Beim Waschen von Kunstfasern gelangt der Abfall ins Abwasser, die Flüsse und dann ins Meer. Klar, dass es vor allem die Industrienationen sind, die dafür verantwortlich sind. Jeder, der Plastik in irgendeiner Form verwendet, trägt Mitschuld an der Verschmutzung der Meere und dem Töten der Tiere. Die Ausmaße der Katastrophe können Sie in dem Film „Plastic Soup“ von Chris Jordan sehen.

 

Wenn der Regenwald weichen muss

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Regenwald Amazonas, Foto: Cesar Paes Barreto

Der Regenwald im Amazonas ist der größte CO² Speicher der Erde. Etwa 80 Milliarden Tonnen Kohlendioxid können hier gespeichert werden. Das entspricht etwa der Kohlendioxid-Produktion von 10 Jahren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, welch grandioser Prozess das ist. Kohlendioxid wird aus der Atmosphäre der Erde gezogen und in den Bäumen gespeichert. Das Klima wird geschützt. Wir als Menschen sind nicht in der Lage, so etwas zu vollbringen. Außerdem sind die Regenwälder Heimat für eine unvergleichliche Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren. Regenwälder sind Wasserspeicher, Speisekammer, Apotheke und Klimaregulator der Natur. Doch anstatt dieses Phänomen zu erhalten, roden Menschen den Wald. Die Rodung und Abholzung der Regenwälder lässt den grünen Speicher nach und nach verschwinden. Seit etwa 500 Jahren zerstören wir systematisch die grüne Lunge. Und obwohl in den letzten Jahren viel gegen die Vernichtung unternommen wird, ist das Ausmaß der zerstörten Fläche gigantisch.

Gerodet wird, um Nutzflächen für Viehzucht und Ackerbau zu erhalten. Die Gewinnung von Agrartreibstoffen und die Massentierhaltung sind der Grund für den Abbau. Verantwortlich sind aber nicht die Menschen in den jeweiligen Ländern der Erde, sondern wir, die Industrienationen. Die Folgen der Zerstörung sind gewaltig. Millionen von Pflanzen- und Tierarten sterben aus, das Weltklima droht zu kippen, Menschen verlieren ihren Lebensraum und alte Kulturen verschwinden und der gesamte, weltumspannende Wasserkreislauf wird gestört. Da sollte man doch meinen, der Mensch hat so viel Verstand, um die Zerstörung zu stoppen. Weit gefehlt, es wird weiter gerodet.

 

Die Aufzählungen könnten grenzenlos sein

Ja, das sind nur einige der Umweltkatastrophen, die der Mensch zu verantworten hat. Ölpest, Chemieunfälle, Nuklearunglücke, giftige Müllhalten mit Elektroschrott und vieles mehr zerstören nach und nach den Blauen Planeten Erde. Sicher werden Sie jetzt denken, Sie können sowieso nichts tun. Doch jeder kann das. Schon beim Einkaufen sollten Sie genau schauen. Essen Sie weniger Fleisch, reduzieren Sie das Plastik in Ihrem Haushalt, verwenden Sie nur recyceltes Papier, greifen Sie auf regionale Produkte zurück, nutzen Sie erneuerbare Energien und kaufen Sie keine Möbel aus tropischen Hölzern.

Auch wenn wir vermuten, dass es in den unendlichen Weiten des Weltalls noch Leben gibt, gesicherte Erkenntnisse haben wir nicht. Und so bleibt uns nur diese eine Erde mit all ihren Schönheiten, Wundern und Phänomenen. Doch genau dieses Geschenk behandeln wir wie das sprichwörtliche Stiefkind. Was wir heute unseren Kindern hinterlassen ist ein Zeugnis unserer Unvernunft.

 

Bildquelle: 1. Bild Oliver Wenk

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