Content für Nischenseite – Schreiben ist kein One-Night-Stand

Content für NischenseitenVerkaufen und verkaufen sind zweierlei. Offline mag alles noch ganz einfach sein, doch wenn die Geschäfte ins Internet verlegt werden, wird es meist schwierig. Kannst du offline noch reden, wie dir „das Maul gewachsen“ ist, tun sich beim Schreiben erstaunlich viele schwer. Aber nach all dem Aufwand und den Kosten, die du für die Einrichtung deiner Website hattest, solltest du beim Content nicht sparen. Eigentlich sollte es sich schon herumgesprochen haben, dass Content King ist, und das ist keine bloße Floskel.

Schreiben braucht Zeit

„Ach, das ist doch nur eine Nischenseite. Da sind doch schnell ein paar Texte geschrieben.“ Das merkt man den Texten aber auch an. Wie fühlst du dich, wenn du Texte für deine Seite schreibst? Gestresst? Manchmal überfordert? Teilweise auch unsicher? Eigentlich ist das völlig normal, denn beim Schreiben setzt eine Reizüberflutung ein. Da kommen Fragen wie:

  • Sind die Informationen korrekt?
  • Habe ich mich an die Regeln gehalten?
  • Stimmen Rechtschreibung und Grammatik?
  • Werden Besucher angesprochen?
  • Habe ich alles gesagt?

Dazu kommen vielleicht noch Termin- und Leistungsdruck. Schreiben ist nun mal kein Zuckerschlecken. Nimm dir deshalb für die Texte sehr viel Zeit. Wer nicht professionell schreibt, sollte nicht erwarten, dass der erste Versuch gelingt. Lass unbedingt Unbeteiligte drüber lesen, bevor die Seite online geht. Warum ich jetzt nichts von Freunden geschrieben habe? Weil diese nur selten objektiv sind.

Ein Masterplan muss her

Beim Texten für deine Affiliate-Seite bist du dein eigener Chef. Verzichte trotzdem nicht auf ein gutes Briefing, in dem du die Eckdaten auf den Punkt bringst. Lege fest, wo was wie geschrieben wird und zu welchem Zeitpunkt. Ein paar feste Größen bestimmen den Rahmen für deine Texte und deren Inhalt und erleichtern dir das Schreiben. Wenn du unstrukturiert an die Texterstellung gehst, wirst du schnell den Überblick verlieren und wichtige Infos vergessen oder doppelt und dreifach aufführen. Mit einem Textbriefing hast du die Details immer im Blick.

Das musst du vor dem Schreiben wissen:

Ziel

  • Welche Botschaft möchtest du übermitteln?
  • Welche Reaktion erwartest du von Website-Besuchern?
  • Wie soll sich deine Botschaft von Mitbewerben unterscheiden?

Zielgruppe

  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • Was interessiert diese Zielgruppe?
  • Wie kommuniziert die Zielgruppe? In welcher Tonart soll der Text geschrieben werden?
  • Welche Einwände könnte die Zielgruppe haben?

Darstellungsform

  • Welchen Umfang soll der Text haben?
  • Wird er später ergänzt?
  • Gibt es eventuell positive oder negative Beispiele zum Text?

Damit hast du eine Richtlinie, an die du dich halten kannst. Möchtest du schnell online gehen, wäre auch ein Zeitplan angeraten, denn beim Texten kann man sich schnell verzetteln.

Recherchiere deine Aussagen gründlich

Wie viel Halbwissen wird doch auch auf Nischenseiten verbreitet. Was man dort zu lesen bekommt, ist manchmal unglaublich. Recherchiere deshalb genau und prüfe lieber noch mal nach. Im Internet ist nicht alles Gold, was glänzt und meist sind es die falschen Aussagen, die weiter verbreitet werden.

Bei Themen, bei denen ich mir nicht sicher bin – man kann schließlich nicht alles wissen – gehe ich für meine Kunden auch mal in die Bibliothek und leihe mit Fachliteratur aus. Das mag etwas aufwendig klingen, ist aber immer noch besser, als mangelhaftes Wissen an den Tag zu legen und sich damit unglaubwürdig zu machen. Besonders bei Nischenseiten ist es wichtig, sich mit den von dir beworbenen Produkten und Dienstleistungen auseinanderzusetzen. Unterstreiche dein Wissen mit Studien, Tests und Statistiken.

Fachwissen ist gerade im WWW immer von Vorteil, denn wenn du dich einmal als „Kenner“ geoutet hast, wirst du auch weiterempfohlen.

Texte mit Wörtern, die unter die Haut gehen

Ob Onlineshop, Website oder Nischenseite, du willst werben und verkaufen. Wie willst du aber potenzielle Kunden überzeugen, wenn du selbst nicht überzeugt bist? Du hast online nur eine Chance, User zu verführen. Nutzt du diese nicht, werden sie sich vom Acker machen. Deshalb brenne für dein Projekt! Sage deinen Besuchern, was dein Projekt so einzigartig macht und warum sie es unbedingt haben müssen.

Beschreibe deinen Usern dein Projekt in den schillerndsten Farben. Fakten sind wichtig, kommen aber bunt besser an als in Schwarz/Weiß. Wirksame Texte sprechen die Sinne deiner Leser an. Erzähle wahre Geschichten und lass fiktive Szenen entstehen. Spiele mit Worten und schreib mit allen Sinnen. Das ist nicht immer einfach, aber möglich.

Poliere deinen Text auf Hochglanz

Zum Abschluss kommt die Politur. Dass es ohne diese nicht geht, wussten schon King und Hemingway. King nannte den ersten Textentwurf die „nackte Geschichte, mit nichts anderem als Socken und Unterhosen bekleidet“. Um es zu übersetzen: Texten ist ein Prozess. Die Rohfassung ist nur selten der große Wurf.

Überprüfe also deine Texte noch mal und vergiss dabei die Rechtschreibung und Grammatik nicht. Prüfe, ob deine Kernbotschaft deutlich kommuniziert wird. Bleiben vielleicht noch Fragen offen.

Dabei solltest du den Text gut strukturieren. Besonders im Internet sind kurze Absätze gefragt, die sich online besser lesen lassen. Überschriften und Zwischentitel lassen den Text nicht zu streng erscheinen. Locker den Text mit Bildern, Videos und Grafiken auf, denn auch diese gehören zum Content.

Foto: stevepb/ pixabay

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Ich serviere Texte nicht nur geschüttelt, sondern auch gerührt. Mit Fantasie und Kreativität entstehen bei mir spritzige Text-Cocktails.

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